32. Aktives Zuhören: Der Schlüssel zu echten Gesprächen

Shownotes

Siglinde Czenkusch www.mutzursprache.com Johanna Heep www.sprachkugel.de

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00:00:13: Johanna, ich muss dir sagen.

00:00:19: Ich habe richtig Stress im Moment.

00:00:23: Ach da erzählst du mir was?

00:00:24: Also ich erst...ich hab total viel Stress im moment!

00:00:29: Das war ein Beispiel für nicht-aktives Zuhören.

00:00:34: und jetzt das gute Beispiel.

00:00:41: Das tut mir aber total leid, dass du so gestresst bist.

00:00:44: Das ist bestimmt vielleicht auch gerade sehr viel... Warum bist du denn gestreszt?

00:00:50: Ja weißt du ich habe ja dies und das und jenes usw.

00:00:53: Also ein gutes Beispiel für aktives Zuhören!

00:00:56: Und das ist heute unser Thema.

00:00:58: Aktives Zuhörn.

00:01:01: Johanna Du hast was herausgesucht über das Konzept aktives zuhören der klientenzentrierten Gesprächsführung.

00:01:11: Also die klientenzentrierte Gesprächsführung, ein total langes zungenzerbrechendes Wort ist von Karl Rogers entwickelt worden.

00:01:21: Das ist ein Psychologe und Psychotherapeut und der hat diesen Ansatz eben geprägt wo es um den Menschen geht im Fokus.

00:01:32: Also es geht nicht um das Problem des Ganzen, dass über das Problem gesprochen wird sondern dass über den Menschen gesprochen wird, um denen das Problem herumgeht und es versucht an diese Menschen die Selbstteilung Wege zu finden, also ganz nah am Patienten oder Klienten dran

00:01:55: um

00:01:55: dem Klient so eine Möglichkeit zu bieten aus dieser Krise irgendwie selbst herauszufinden und sich nicht weiter um das Problem dreht.

00:02:04: Denn das kennen wir natürlich auch selbst sehr gut.

00:02:08: darin sind uns um Probleme herumzudrehen aber Irgendwann muss man ja auch mal aussteigen aus dem Karussell und da eben Wege finden, wie man von selbst aus da Lösungen finden kann.

00:02:23: Also raus aus der Problem-Trost?

00:02:26: Genau!

00:02:26: So könnte man es auch bezeichnen nicht vom Karusell sondern so eine Trost.

00:02:31: damit könnte man auch davon könnte man aussprechen genau Und die Haltung.

00:02:38: Therapeut in dem Moment oder dem Gesprächspartner ist sehr, sehr empathisch und da gehört dann auch das aktive Zuhören dazu.

00:02:49: Worum es heute gehen soll?

00:02:51: Und ich habe tatsächlich einige Stufen gefunden vom Zuhören zu lesen, was es denn da für Stufen gibt?

00:03:02: Weil ich tatsächlich auch viele Gesprächspartner anhand dessen jetzt analysiert habe und dachte naja irgendwie finde ich aus jeder Stufe jemandem wieder.

00:03:11: Ob's jetzt im Bekanntenkreis ist oder auf der Arbeit Ich fand das total interessant.

00:03:16: Ja bin sehr gespannt!

00:03:18: Ich kenne diese sieben Stufen des Zuhörens nicht.

00:03:22: Ich kannte sie vorher auch nicht.

00:03:25: Also Stufe Nummer eins wäre das vortäuschende Zuhören.

00:03:29: Man tut also so, als würde man zuhören.

00:03:33: Macht auch vielleicht mal ... ja, aber währenddessen passiert im Kopf schon beim Zuhören was kann ich denn eigentlich als nächstes sagen?

00:03:42: Was kann ich dann als nächstes von mir erzählen?

00:03:45: Was ist denn eigentlich bei mir gerade los und kann ich das auf mich irgendwie beziehen, was gerade erzählt wird?

00:03:52: Also es ist eigentlich gar kein richtiges wirkliches ehrliches zu hören sondern ein Ja.

00:04:00: Es geht ins eine Ohr rein und beim anderen wieder raus könnte man vielleicht sagen.

00:04:05: Ja, vielleicht auch so ein bisschen aushalten.

00:04:09: Das sprechen des Anderen aushalten abwarten auf ein bisschen drauf achten wann kommt ne Atempause?

00:04:15: Dann hat es.

00:04:16: zuhören besteht darin darauf zu lauschen Wann will der jetzt atmen?

00:04:19: weil dann kann ich da rein in das Gespräch dann kann Ich meine Sachen los werden.

00:04:23: ja wo kann ich ansetzen?

00:04:28: Dann gibt es das projizierende, interpretierende Zuhören.

00:04:33: Hier hört man nur einzelne Wortfetzen also man hört nicht wirklich den ganzen Satz, man versucht auch nicht weiter mitzudenken und zu interpretieren.

00:04:41: naja wie geht's jetzt der Person damit?

00:04:43: oder was möchte sie mir vielleicht eigentlich damit sagen?

00:04:46: sondern man hört nur einzelnen Wörter und macht sich daraus sein Bild und versucht dann schon direkt einzusteigen auf diese Sachen einzugehen, obwohl gar nicht fertig zugehört wurde.

00:05:00: in dem Sinne.

00:05:04: Also keine Neugierde so...in dem Sinne ne?

00:05:07: Sondern Schlagwort-Stichwort.

00:05:09: und dann springt was an bei mir und jetzt kann ich da einhaken.

00:05:13: Ja,

00:05:14: ja.

00:05:16: Danke!

00:05:17: Gibt es das kürzende Unterbrechende zu hören?

00:05:20: Das bedeutet nach drei bis vier Setzen wird immer unterbrochen Die andere Person darf gar nicht durchweg erzählen, sondern es wird immer Anlass genommen nach einer bestimmten Zeit.

00:05:31: Bin ich jetzt auch mal wieder dran mit sprechen?

00:05:36: Es ist so ein Ungeduld, ne?

00:05:38: Irgendwie merkt man da vielleicht... Nicht länger als drei Sätze kann ich auswarten, kann ich abwarten.

00:05:45: Ja, vielleicht auch an eigener hoher Sprechbedarf.

00:05:49: Das gibt's ja auch!

00:05:52: dass viele einfach sehr gerne von sich selbst sprechen und erzählen.

00:05:59: Dann gibt es noch das selektive Zuhören, hier hört man nur heraus was man heraus hören will.

00:06:06: also man hört schon zu in dem Sinne aber man interpretiert das alles auf die eigene Art und Weise wie das gemeint war.

00:06:16: Was ja wahrscheinlich immer der Fall ist, aber wenn man so nicht wirklich hinhört Dann kann das ganz schnell überhand nehmen, diese Selektive zuhören.

00:06:27: Kann ich mir so vorstellen?

00:06:29: Ja!

00:06:31: Dann gibt es das Aufmerksamezuhören.

00:06:33: Das bedeutet man hört der Person wirklich nur zu und spricht selbst nicht.

00:06:43: Und in der Stufe drauf kommt dann das aktive Zuhören.

00:06:47: also Stufe sechs wäre Aktives zu hören und da möchte ich auch kurz erklären, was denn eigentlich aktives Zuhören ist.

00:06:55: Also wenn wir aktiv jemandem zuhören dann versuchen wir wirklich auch zu verstehen, was sagt denn die Person gerade?

00:07:03: gehen auf das Gesagte ein, wir stellen Fragen.

00:07:07: Wir geben Rückmeldungen dazu wie du das gerade schön machst oder ich auch bei dir.

00:07:12: Wir nicken, wir halten Blickkontakt, wir machen mal einen Zwischendurch- oder ein Lachen wenn was lustig war oder ein Seufzen wenn etwas traurig war.

00:07:23: also da passiert schon viel viel mehr und es geht aber wirklich alles nur auf das ein was der Erzähler gerade sagt Und bringt also keine eigenen Sachen mit ein in dem Sinne, sondern man bezieht sich nur auf das was von dem Sprecher gesagt

00:07:40: wurde.

00:07:41: Ja und Johanna dieses mhm aha mhm ah!

00:07:46: Das ist das sogenannte psychologische Grunzen.

00:07:51: Was hab ich auch schon mal gehört?

00:07:54: Einfach um zu verstehen, ich gehe mit und bin dabei.

00:07:57: Ich bin noch da gerade beim Telefonieren so wichtig wenn man nämlich nur schweigt und der andere oder die Anruferin fragt er sind sie noch da?

00:08:05: Dann hat man solange geschwiegen dann hat man so wenig gegrunzt.

00:08:11: Ja stimmt auch ein schöner Begriff.

00:08:17: Und da gibt es eben für dieses aktive Zuhören auch verschiedene Techniken.

00:08:21: Wir haben jetzt schon ein bisschen was gesagt, also die Paravirbalen Sachen wie mal lachen, mal solchzen oder die Mimik anpassen.

00:08:32: Das wäre so das non-verbale Nicken ausreden lassen eine zugewandte Körperhaltung Also sich nicht wegdrehen und gleichzeitig irgendwelche anderen Sachen tun.

00:08:49: Ja, Blickkontakt bestimmt

00:08:55: auch.

00:08:57: Und dann gibt es auch noch verbale Techniken zum Beispiel das Paraphrasieren auch im Begriff den gar nicht jeder so kennt.

00:09:04: wir als Therapeutin haben den schon ganz oft gehört also dass man da ist nochmal Anders formuliert, was man gerade gehört hat von dem Gesprächspartner.

00:09:14: Um einfach sicherzugehen.

00:09:15: habe ich das denn jetzt so richtig verstanden?

00:09:17: Wie kam das bei mir an damit der Gegenüber auch noch mal eine Chance hat zu sagen Nein, nein!

00:09:22: So war das gar nicht gedacht oder so war es nicht nie da.

00:09:25: Das war tatsächlich dann so und so Damit man wirklich Missverständnisse vermeiden kann Und wirklich ganz genau verstehen kann Was der andere einem denn gerade mitteilen möchte.

00:09:40: Man fragt viel nach, man versucht etwas zu klären.

00:09:46: Wenn einem irgendwelche Inhalte fehlen, dann versucht man nochmal die Lücken zu füllen und das genau so.

00:09:51: verstehen was wann wie passiert ist eigentlich?

00:09:55: Ja

00:09:55: ja genau!

00:09:57: Und zum aktiven Zuhören gehört auch das Schweigen aushalten.

00:10:01: also wenn dann mal die Gegenseite, das ging überlegt nachdenkt oder so nach Worten sucht.

00:10:08: Dann nicht rein und irgendwie helfen und schnell die Stille oder diese Lücke füllen sondern auch wenn es denn passt dieses Schweigen aushalten weil das braucht auch manchmal Zeit um Gedanken zu formulieren.

00:10:24: Auch wenn man Rückfragen stellt, kommt ja auch manchmal erst mal nichts.

00:10:27: Dann versucht man sich auch erstmal zu erklären.

00:10:29: also ich meine das so und so und das ist jetzt nicht böse gemeint.

00:10:34: Aber manchmal braucht es wirklich Zeit zum Arbeiten.

00:10:40: Und du sagtest schon Johanna dieses Fragenstellen?

00:10:44: Das ist so wichtig!

00:10:45: Da können wir unterscheiden zwischen offenen Fragen und geschlossenen Fragen.

00:10:49: Wenn ich eine geschlOSSene Frage stelle dann kommt oft nur ein Ja oder Nein ist jetzt keine Garantie.

00:10:55: Also wer gerne spricht, der wird auch auf eine geschlossene Frage.

00:10:59: Geht es dir gut?

00:11:00: Wird dann auch ganz viel antworten.

00:11:02: also das kann man jetzt nicht garantieren damit.

00:11:04: aber es ist schon besser wenn man wirklich etwas erfahren möchte von einer anderen Person dann offene Fragen zu stellen.

00:11:11: also wer wo was wann seit wann wieso warum weshalb solche fragen zu stellen?

00:11:20: und Es ist ein Unterschied ob ich frage Also, ich kann ja so eine offene Frage stellen und dann direkt eine geschlossene Frage anschließen.

00:11:29: Zum Beispiel was hast du denn heute vor?

00:11:32: Willst du heute Fahrrad fahren?

00:11:34: Damit habe ich diese schöne, offene Fragen.

00:11:37: Was hast du heute vor?

00:11:38: da wäre jetzt ganz viel möglich.

00:11:39: Wenn ich dich das fragen würde könntest du alles Mögliche erzählen von Hobby bis beruflich bis was du kochen willst essen willst, was du lesen willst dass auch immer.

00:11:49: wenn ich aber dann frage was hast Du heute vor Fahrradfahren?

00:11:53: Ja, dann habe ich schon den Kreis quasi sehr eng gemacht.

00:11:56: Sehr geschlossen und dann erfahre ich nicht mehr so viel von dir.

00:11:59: Dann kannst du jetzt nicht über das Fahrradfahren was sagen oder dann ergänzen.

00:12:03: aber die Gefahr ist dann dass man eher ja nicht so ganz viel zu hören bekommt.

00:12:10: was auch immer hilft, ist verbalisieren.

00:12:12: Also wenn man Emotionen im Gesicht vom Gesprächspartner sieht, dass man dann das aufgreift und sagt ach, das macht dich irgendwie traurig oder ich kann das sehen?

00:12:25: Ja oder habe ich oft im Seminar, ne, wenn ich dann so in die Gesichter gucke und ich denke, es wird irgendwas nicht verstanden und dann frage ich auch.

00:12:32: Ich sehe so fragende Gesichter Gerade, glaube ich ist ganz viel Müdigkeit hier im Raum.

00:12:38: Kann das sein?

00:12:39: Wir machen eine Pause so da diese Körpersprache mir anzusprechen zu kommentieren und zu fragen

00:12:48: Und das Wichtig ist wirklich, die eigene Meinung oder das eigene Interesse in dem Moment zurückzustellen.

00:12:55: Also alles was in den Sinn kommt, das habe ich auch schon mal erlebt und das war auch schon... Ich hab da auch mal sowas gehabt oder meine Tante hat dann eine gute Lösung für.

00:13:07: Ja ja!

00:13:07: Oder dieses Übertrumpfen, ne?

00:13:09: Das ist ja noch gar nichts.

00:13:10: also ich hab mal und dann ist man weder nur bei sich und es geht beim aktiven Zuhören nicht um mich, es geht um die andere Person.

00:13:20: Ein echter Dialog entsteht natürlich daraus dass dann auch ich mal was erzählen kann.

00:13:25: aber erstmal ist ja das zuhören so die Basis und in therapeutischen oder beraterischem Gesprächen da ist er natürlich die ja die andere Seite die wichtiger wird die andere personen ja die wichtigere kann man jetzt auch nicht so sein weil inneres zuhören und äußeres zu hören.

00:13:46: oder wir haben so in der Telefonseelsorge, also in Seelsorgen Gesprächen.

00:13:52: Da haben wir das sogenannte Listening Skills Herz.

00:13:56: Also mitmarsch Englisch-Deutsch aber egal diese Zuhörfähigkeiten und das in Form eines Herzens.

00:14:05: Man stellt sich das Herz vor rechts und links.

00:14:07: diese Bögen übersetzt werden in die Ohren, Ohrmuscheln.

00:14:13: Also rechtes Ohr, linkes Ohre, so einander gepappt ergibt dann irgendwie einen Herz.

00:14:17: und die eine Seite, die beschäftigt sich mit dem was ich höre von der anderen Person.

00:14:24: Was sagt sie?

00:14:25: Was gibt es mir zu verstehen?

00:14:26: Und die andere Hälfte des Herzens, die hört eher nach Innen.

00:14:32: also was geht in mir gerade vor?

00:14:33: Was habe ich grad für Ideen dazu?

00:14:37: Welche Gefühle beschäftigen mich grade?

00:14:41: Triggert mich vielleicht auch gerade oder lässt mich irgendwie unruhig werden, also da so dieses äußere und innere Ort das immer vor Augen zu haben.

00:14:52: Und gut wahrzunehmen was da so passiert im Außen- und im Inneren.

00:14:56: Das ist dann wichtig eben für Berater, für Therapeuten, für Pädavogen ja auch dass sie sich selber trotzdem noch am Blick haben um sich zu schützen zum Beispiel oder sich zu stärken.

00:15:09: Da sprichst du schon tatsächlich die siebte Stufe vom Zuhören an.

00:15:15: Wir sind

00:15:16: direkt ins aktive Zuhörn eingestiegen, aber irgendwie überschneidet sich es auch.

00:15:21: Also die siebtes Stufe wäre noch das empathische zuhören also dass man wirklich auch darauf achtet.

00:15:27: wie geht es dem anderen?

00:15:29: Hier hört sich die Stimme an.

00:15:31: Wie ist die Körperhaltung?

00:15:32: Nach was sieht das aus, nach Traurigkeit, nach Begeisterungen und dass dann wirklich sehr einfühlsam aufnimmt und auch mit ins Gespräch einbindet?

00:15:44: Ja!

00:15:45: Und da fällt mir das Beschwerdemanagement ein.

00:15:49: Ich habe ja dieses Konstrukt Tesla mal erfunden.

00:15:52: Also Tesla soll so ein bisschen klingen wie deeskalation aber da ist so ein ganz wichtiger Schritt.

00:15:57: der erste Schritt nämlich dass man die andere Person, die sich gerade beschwert, die wirklich vielleicht eine Zweitbeschwerde sogar vorgetragen hat sehr emotional ist.

00:16:06: Sehr aufgebracht ist, weil sie einfach verärgert oder sehr enttäuscht ist und das man sie erst mal reden lässt und beim zuhören auch wahrnimmt.

00:16:16: welche Gefühle sind da gerade?

00:16:18: Ist die Frau oder der Mann, die jetzt gerade sehr aufgebracht, verärgerd?

00:16:24: Was ist da los und worüber genau haben sie sich werdet?

00:16:26: Und was ist jetzt wirklich dieser Missstand, der da ist.

00:16:29: Also hatten Sie jetzt riesengroße Umstände, haben Sie einen Zeitverlust gehabt.

00:16:33: dadurch waren sie enttäuscht und sind jetzt total misstrauisch weil sie nicht mehr glauben usw.

00:16:38: Das dann zu formulieren das ist ganz wichtig.

00:16:41: Die Beschwerdemenschen, also die Menschen sich da beschweren wirklich merken, ah, die hört mir zu.

00:16:47: Also die nimmt mich ernst und ich werde gesehen und das brauchen wir Menschen.

00:16:53: Wir müssen immer wieder das Gefühl haben, wir werden wahrgenommen und wir brauchen die Resonanz.

00:16:59: Und wenn man das dann äußert und sagt ja, ich sehe sie ärgern sich Ich an ihrer Stelle wird mich auch ärgern.

00:17:05: Das soll auch so nicht sein, das tut mir leid.

00:17:08: Aber der Ärger ist total klar.

00:17:11: was genau ist denn jetzt das größte Problem?

00:17:13: Also wirklich erst mal hindern.

00:17:15: oft passiert es in Beschwerde Gesprächen ja dann wieder dass man sich selber in den Vordergrund schiebt.

00:17:20: Ja das ging nicht wir hatten wenig Personal oder ja aber das ist aber noch nie vorgekommen.

00:17:26: Oder solche Äußerungen die dann drüber hin weggehen was diese andere Personen da gerade so beschäftigt.

00:17:33: Das wäre so hilfreich.

00:17:37: Dann kann ja auch die sprechende Person sozusagen auch nie damit richtig abschließen mit dem, worum es gerade geht.

00:17:47: Dann bauscht sich der Ärger eigentlich nur weiter auf?

00:17:51: Ja!

00:17:51: Es ist ein Kreislauf.

00:17:53: Man dreht sich dann im Kreis weil die Beschwerde vorträgt und nicht zu Wort gekommen ist wahrgenommen worden ist, die wird immer wieder drauf pochen und immer weiter zeigen wollen.

00:18:04: Schau her ich bin verärgert!

00:18:06: Guck zu sie mich, sie meine Not hier oder meine mein Ärger was auch immer.

00:18:14: Da hattest du noch etwas Interessantes aus dem Arztgespräch?

00:18:19: Ja genau Das fasst jetzt gerade so ein bisschen zusammen, was du erwähnt hast.

00:18:26: Nämlich das dieses Selektive zu hören da ist oder auch dieses nicht aussprechen lassen nach drei Sätzen schon unterbrechen.

00:18:32: also die Studie besagt dass Ärzte im Durchschnitt den Patienten achtzehn Sekunden Zeit geben umzusprechen und dann haken sie einen aus dem Durchschnitten.

00:18:46: es gibt sicherlich Ärztinnen machen das nicht so aber Wenn man das so statistisch sieht, hat ein Patient Zeit vorzutragen und dann wird er unterbrochen.

00:18:54: Und wenn der Ärzte oder die Ärztin dann unterbricht, dann hat sie meistens schon eine Diagnose für sich entwickelt und fragt nur noch Fragen, die sich auf diese Beheritung dieser These beziehen um bestätigt zu bekommen was er sich gerade überlegt hat.

00:19:16: Und dann hat man gesehen, was ist denn wenn die Patienten ausreden dürfen?

00:19:20: Dann würden im Schnitt die Patienten eine Minute reden und hätten dann auch das Gefühl sie hätten alles gesagt.

00:19:28: Also erst mal das Wichtigste sind Sie los geworden und letztendlich dauert so ein Gespräch nicht länger weil man auch gesehen hat, wenn sie schnell unterbrochen werden in den Mitteln nach achtzehn Sekunden, dann versuchen Patienten immer wieder neu ihre Dinge noch loszuwerden Und das kennen wir ja auch.

00:19:45: Ich weiß nicht ob du es gehst, aber ich bereite mich auch innerlich vor auf ein Arztgespräch zu überlegen mir ganz genau was ich als erstes sagen muss damit alles an seinen Platz findet und ich das noch sagen kann natürlich möglichst sehr sehr sehr punktgenau und sehr korrekt und präzise nur damit dass alles ankommt und meistens wird man tatsächlich unterbrochen.

00:20:07: Ja, das dachte ich aber auch gerade, dass sich mit dem Wartezimmer lege ich mir immer zurecht Was ich sage und auch in welcher Reihenfolge ich es sage, damit auf jeden Fall das Wichtigste zuerst gesagt

00:20:20: ist.

00:20:21: Ja ja die Essenz, ne?

00:20:22: Die fasst man irgendwie schon zusammen im Kopf.

00:20:24: Da vergisst man eh die Hälfte aber dann wird man ja realisiert wenn man direkt unterbrochen wird.

00:20:29: Und dann fällt einem Nachhinein im Gespräch noch was anderes.

00:20:31: Dann fängt man wieder an und wieder an.

00:20:33: zum Gespräch dauert dann länger als es sein müsste eigentlich.

00:20:37: Man fühlt sich nicht wirklich wahrgenommen, nicht ernst genommen, nicht gesehen.

00:20:42: Was ich aber auch interessanterweise beim Arzt immer habe, das zum Thema auch Aktives zuhören.

00:20:49: Die sind ja meistens weggedreht weil die was am Schreiben sind oder am Klicken sind.

00:20:56: also das klicken irritiert mich am allermeisten Weil beim schreiben denke ich okay der schreibt jetzt vielleicht hoffentlich auf was ich gerade gesagt habe Aber beim klicken denke ich mir was was klickt er denn jetzt und dann weiß ich in dem moment auch.

00:21:09: nie kann ich etwas sagen

00:21:12: Na ja,

00:21:14: mit der Maus.

00:21:16: Dann frage ich mich immer ist jetzt welchen guter Zeitpunkt wo ich nochmal was fragen kann oder noch mal etwas sagen kann?

00:21:23: weil ich auch dieses Signal in dem Moment nie gesendet bekomme von Ich drehe mich wieder zu dir.

00:21:30: Wie geht es weiter?

00:21:33: Oder quatsche ich den jetzt dazwischen und er kann sich nicht konzentrieren und fragt hinterher was falsches aus ein falschen Gut fährt oder so?

00:21:39: wenn man ja auch?

00:21:41: Ja, genau das sind ja diese paraverbalen Botschaften die da ausgesendet werden.

00:21:48: Unbewusst.

00:21:48: natürlich müssen die was aufschreiben und protokollieren.

00:21:51: aber hin und wieder mal den Patienten anschauen wäre schon sehr wichtig und das Signalsinn so.

00:21:56: jetzt bin ich da und jetzt notiere ich mir wieder etwas.

00:21:59: Das ist schon sehr gut.

00:22:03: Ich habe noch ein Gedanken gehabt was das Thema aktives Zuhören angeht nämlich Trost und Trösten.

00:22:12: Da kann man ja auch sehr empathisch zuhören.

00:22:15: Und gerade beim Trostspenden geht es ja wirklich um echtes Zuhören, also da ist das Zuhörende einer Wichtigste und nicht so Vertröstungen auszusprechen.

00:22:26: Die helfen ja nichts.

00:22:28: Das würde man gerne tun, weil man ja irgendwie die Sorgen, dass Leid die Trauer spürt oder was Gutes tun will.

00:22:36: aber das Beste, was wir da machen können, ist einfach da sein zu hören, Nachfragen auch wirklich nochmal weiter nachfragen ohne jetzt zu bohren oder zu nahe den anderen zu treten.

00:22:49: Aber da echt das Interesse zeigen und auch schweigen einfach da sein besser als ja schlaue Sätze zu sagen oder Vertröstungen auszusprechen.

00:23:02: Schlaue Setze sagst du was.

00:23:03: es gibt ja viele so Sprichwörter die dann immer gesagt werden, Zeit teilt die Wunden.

00:23:11: Der Weg ist das Ziel oder so was.

00:23:14: Was habe ich heute wieder gehört?

00:23:16: Wo ich auch dachte, naja, das ist jetzt irgendwie auch nicht etwas, was mir hilft.

00:23:20: Oder die Klassiker von Naja es wird ja wieder besser.

00:23:24: Es kommen ja auch mal wieder bessere Zeiten.

00:23:28: Das ist ja was Wahres dran und das ist ja also nicht verkehrt aber demjenigen im Moment nicht.

00:23:34: Und was auch nicht hilft, ist dann wieder von sich zu sprechen?

00:23:36: Ich hatte das auch schon mal und mir ist oder in einer Bekanntschaft, weiß ich nicht, in der Verwandtschaft hatten wir den und den Fall auch schonmal... Das ist für die Person gar nicht hilfreich.

00:23:51: Ja, das gute Zuhören kann man üben.

00:23:54: Üben, üben, öben.

00:23:55: Also wer ja, wer kann da nicht von sich sagen, ich muss noch mehr üben lebenslange Fortbildungsveranstaltung für sich selbst.

00:24:05: Ja, aber es geht.

00:24:06: Man kann es trainieren und das man oft macht, bewusst macht.

00:24:09: Das gelingt dann irgendwann auch immer besser.

00:24:14: Was mir am Anfang geholfen hat ist dass wirklich bei Seite schieben was ich gerade dazu denke oder erzählen würde.

00:24:23: Wir haben damals in der Unimal-Gesprächsblockaden besprochen Und da gab es eine Gesprächs Blockade die nannte sich von sich selbst erzählen

00:24:35: Ja.

00:24:38: Und genau das habe ich dann immer versucht auf der Arbeit auch wirklich gut umzusetzen mit den Patienten, weil das ist ja die Zeit des Patienten in dem Moment und nicht meine Zeit um irgendwas von mir zu erzählen sondern sie dürfen den Raum dann in den Moment einnehmen.

00:24:55: und da hat mir das geholfen als erstes immer daran zu denken wirklich darauf zu achten, was erzählt der oder die mir denn gerade, die da vor mir sitzt und nicht zu überlegen, was fällt mir dazu ein?

00:25:11: Was habe ich dazu schon mal erlebt, sondern wirklich erst einmal das Zu- also Zuhören üben.

00:25:19: Ja.

00:25:19: Und dann kann man

00:25:20: gut anfangen mit dem Paraphrasieren und Nachfragen.

00:25:25: aber als ersten Schritt hat mir geholfen dass diesen inneren Dialog mit mir selbst erstmal zu ignorieren.

00:25:34: Ja, das ist natürlich auch leichter glaube ich in der Patienten-Therapeutenkonstellation weil ja ganz klar ist, der Patient ist jetzt im Mittelpunkt aber so unter Freunden mit einer Freundin im Gespräch da ist ja nicht dieses Gefälle.

00:25:55: Es ist ja gar nicht gleichwertig Klar.

00:25:59: Aber es ist nicht diese zwei verschiedenen Rollen, die da vergeben sind, Therapeut und Patient.

00:26:05: Und natürlich sollte man auch von sich selber sprechen immer nur zuhören.

00:26:08: Das ist ja dann kein Dialog in dem Sinne.

00:26:11: Deswegen ist das üben glaube ich tatsächlich in dieser Therapeuten-Patientenkonstellation oder Berater beratende leichter.

00:26:19: Vielleicht leichter?

00:26:21: Ja jetzt überlege ich gerade was vielleicht auf freundes Ebene der beste Einstieg wäre Nachfragen stellen.

00:26:31: Ja, genau länger.

00:26:35: beide anderen Personen bleiben noch nicht sofort und jetzt ich.

00:26:41: Wir hatten das damals in der Ausbildung zur systemischen Beraterin, dass sich dann zirkuläre Fragen.

00:26:48: also man bewegt sich immer wieder um das drum herum was gerade gesprochen wird und versucht immer wieder weiter da rein zu gehen Problem oder in das was erzählt wird und weiterzufragen, um das wirklich zu verstehen auch.

00:27:05: Dass man selbst am Ende sagen könnte.

00:27:07: ich glaube ich weiß dass das Problem ist.

00:27:09: Das Problem am Problem.

00:27:11: Ja ja ja ganz spannend wird es natürlich wenn's um sehr unterschiedliche Meinungen geht oder gerade im politischen, oder so.

00:27:21: Da wirklich zuzuhören und sich zurückzuhalten erst mal zurückzuhalten ist eine durchaus eine Diskussion geben und Dialog aber die andere Seite wirklich mal verstehen zu wollen.

00:27:32: also dass man sich echt dafür interessiert was warum denkt derjenige so wie kommt denn die Person dazu woher hat sie ihre Informationen?

00:27:42: Und auch immer im Kopf zu haben es kann auch wirklich alles ganz anders sein könnte anders sein, man könnte was Neues erfahren.

00:27:50: Es könnte passieren.

00:27:55: Und das Ganze hat ja auch eine Wirkung.

00:27:59: also wenn wir es schaffen aktiv zuzuhören dann passiert so viel.

00:28:04: Also es können zum Beispiel Konflikte vermieden werden oder sie sind weniger scharf Das sind nicht so hochkocht weil man schon auch das Gefühl hat der andere versteht einen schon, bleibt vielleicht trotzdem bei der eigenen Meinung.

00:28:20: Aber man versucht es zu verstehen warum der andere so ist oder gerade reagiert.

00:28:29: Genau!

00:28:30: Also gutes Zuhören ist eine sehr, sehr hohe Wertschätzung für die andere Person und für deren Sichtweise.

00:28:38: Ja, da merkt man dann auch dass so ne richtige Bindung entsteht finde ich immer.

00:28:46: dieses Band zwischen den Gesprächspartnern, dass das so richtig frei und offen ist.

00:28:53: Dass man sich wirklich gut unterhalten kann und dass man auch dann häufig das Gefühl hat, man kann sich wirklich ehrlich miteinander unterhalten?

00:29:02: Ja es tut wirklich gut.

00:29:04: also ich erinnere mich an ja so viele Gespräche mit Freundinnen wo ich gedacht habe haben wir jetzt uns so lange über verschiedene Sachen unterhalten war wichtig und die andere Person aber auch.

00:29:18: Und das gibt ein ganz, ganz gutes Wohlgefühl, dass man wirklich nach diesem Spaziergang oder nach dem Gespräch sich wohlfühlt und froh ist und sich freut und einfach auch Nähe gespürt hat und Resonanz.

00:29:33: Darum geht es ja auch immer und echtes Interesse.

00:29:36: Ja und ich hoffe auch, dass meine Freunde dann das auch haben.

00:29:39: Das Gefühl!

00:29:41: Ja,

00:29:43: das sind diese Treffen wo man so ganz beflügelt nach Hause geht.

00:29:49: Ganz genau!

00:29:53: Johanna dann gehen wir jetzt auch beflügelt aus dieser Podcastfolge und in die Sonne gerne.

00:30:06: Und wenn es euch gefallen hat, das Thema oder überhaupt unser Podcast, dann bitte gerne fünf Sterne vergeben und gerne teilen.

00:30:16: Und danke schön fürs Zuhören!

00:30:18: Und Johanna, dir sage ich Tschüss, mach's gut!

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